Diabetes

Immer mehr Schüler erkranken an der Stoffwechselstörung „Diabetes mellitus“. Bei Kindern tritt v. a. der Typ –1 – Diabetes auf, der eine regelmäßige Injektion von Insulin und Kontrollen der Blutzuckerwerte erforderlich macht. Eins von 1500 Kindern unter 17 Jahren erkrankt. In Deutschland gibt es 20 000 Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus Typ 1.

Krankheitsbild

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselstörung, die den Zuckerhaushalt im Körper betrifft. Bei Menschen mit Diabetes kann die eigene Bauchspeicheldrüse nicht das notwendige Insulin produzieren. Die Folgen sind: Mangel an Zucker in allen Körperzellen trotz ausreichender Nahrung, zu viel Zucker in Blut und Urin. Die Folgen können sein: Mattigkeit, Gewichtsverlust, Durst, häufiger Harndrang und Salzverlust. Im Extremfall Koma mit Bewusstlosigkeit. Spätfolgen können Gefäß-, Nieren-, Nerven- und Augenschäden sein.

Diabetische Kinder nehmen in der Regel sieben Mahlzeiten über den Tag verteilt zu festgelegten Zeiten zu sich, kontrollieren regelmäßig, ob der Blutzucker stimmt (Blutstropfen aus der Fingerkuppe) und ob sie ggf. etwas zusätzlich essen oder Insulin spritzen müssen. Bei Unterzuckerung (Hypoglykämie) muss das Kind sofort etwas essen. Bei Überzuckerung (Hyperglykämie) muss das Kind Insulin zuführen (Insulinspritze).

Diagnostizierte Kinder werden in den Kinderkliniken geschult, die notwendigen Maßnahmen in Eigenregie durchzuführen:

  • Erkennen von Über- oder Unterzuckerung, besonders wichtig: Unterzuckerung!
  • Messen der Blutwerte
  • Errechnen der benötigten Broteinheiten
  • Insulin spritzen

Überzuckerung: Eine behandlungsbedürftige Überzuckerung kommt im Schulalltag nicht vor.

Diabetes im Schulalltag

Unterzuckerung: Ursachen sind zu geringe Nahrungsaufnahme und zu viel körperliche Aktivität, Infektionen oder Stress. Symptome sind Blässe (um den Mund), Schweißausbruch, Schläfrigkeit, Zittern, Konzentrationsschwäche und Kopfschmerzen. Bei einer schweren Unterzuckerung treten auch Sprachstörungen und Verhaltensauffälligkeiten auf (clownhaftes oder aggressives Verhalten, Gereiztheit, Launenhaftigkeit, Weinerlichkeit). In diesem Fall muss das Kind angehalten werden, den Blutzucker zu messen und sofort etwas Zuckerhaltiges zu essen (z.B. Traubenzucker oder Obst) und zu trinken (Obstsaft, Limonade, Cola (nicht light!). Im schlimmsten Fall kann die Unterzuckerung zur Bewusstlosigkeit mit Krämpfen führen. Sofortige Benachrichtigung des Arztes und der Eltern sind unerlässlich.

Das Kind darf folgendes nach eigener Einschätzung immer: Essen, Blutzucker messen, zur Toilette gehen, unter Sichtschutz spritzen (nicht im Klassenzimmer oder in der Toilette, sondern im Krankenzimmer oder Sekretariat).

Hinweise für Schulen und Lehrer

  • Möglichst regelmäßigen Messzeitpunkt vereinbaren
  • Messung an Extraplatz durchführen lassen (Nebenraum oder Tisch an der Rückwand)
  • Im Kühlschrank der Schule sollte eine Notfallspritze (Glucagon) immer bereit liegen. Glucagon ist der Gegenspieler des Insulin und hebt den Blutzucker durch Freisetzen von Zuckerreserven an. Die Eltern sind dafür verantwortlich, dass diese Spritze immer frisch ist.
  • Manchmal ist die unauffällige Erinnerung an die Zwischenmahlzeit hilfreich.
  • Bei einem Ausflug ist die Kontrolle der Mess- und Spritzutensilien, die Mitnahme von Traubenzucker und einem zuckerhaltigen Getränk sinnvoll.
  • Bei Sport ist die Kontrolle der Blutzuckerwerte vor und nach dem Unterricht besonders wichtig.

Im Notfall: Wer ist immer erreichbar und holt das Kind ab? (Telefonnummer) Welcher Arzt ist im Notfall zu rufen? s. Notfallzettel

Regelungen zum Nachteilsausgleich

Bei Klassenarbeiten muss bei den oben erwähnten Symptomen mehr Arbeitszeit zur Verfügung gestellt werden. Leistungen, die deutlich von den sonst üblichen Benotungen des Schülers abweichen, dürfen nicht gewertet werden. Dies gilt vor allem auch für Sportleistungen. Gegebenenfalls kann die Sportnote ganz ausgesetzt werden.